Erkältungszeit

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Herbst- und Winter-Monate bescheren uns wieder vermehrt Infekte der oberen Luftwege, heisst Husten, Schnupfen, Hals- und Schluckbeschwerden mit Unwohlsein und zum Teil Fieber. Es stellt sich die Frage, was Sie vorbeugend machen können. Gleichzeitig möchten wir Ihnen einige Ratschläge zur Selbstbehandlung, aber auch Hinweise geben, wann ein Hausarztbesuch sinnvoll ist.

Vorbeugung?
Ob die zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten intensiv beworbenen Vitaminpräparate nützen, ist umstritten. Mangelerscheinungen sind in der Schweiz äusserst selten. Bedeutend aber ist eine gesunde Lebensweise und Ernährung. Was wir allerdings im Herbst und Winter zu wenig bekommen, ist Sonnenlicht was zu verminderter Vitamin D-Bildung führt. Es gibt Studien, die zeigen, dass eine Verminderung an Vitamin D das Risiko von Erkältungskrankheiten erhöhen kann. Menschen, die mit vielen Erkältungen zu kämpfen haben, sollten daher ab den Herbstmonaten Vitamin D einnehmen. Dies ist generell ab dem 60. Lebensjahr zu empfehlen. Einen gewissen Schutz bietet bei Erwachsenen möglicherweise Zink. Bei häufigen Erkältungen lohnt sich ein Versuch mit regelmässiger Einnahme von Zinktabletten. Vitamin C hat gemäss diversen wissenschaftlichen Vergleichsstudien keinen Nutzen obwohl es in verschiedenen Kombinationspräparaten enthalten ist und beworben wird. Essen Sie frisches Obst und Gemüse und bewegen Sie sich regelmässig draussen, dies fördert die Durchblutung und stärkt unsere Abwehrkraft. Beginnen Sie doch schon heute mit einem regelmässigen Spaziergang. Ebenso zeigen Untersuchungen, dass genügend Schlaf vorbeugend wirkt. Vermeiden Sie auch eine Belastung der Atemwege durch Unterkühlung, trockene Luft oder Rauchen. Unbedingt beachten: Regelmäßiges, gründliches Händewaschen und Husten/Niessen in die Ellenbeuge vermindern die Ansteckungsgefahr

Erkältungen/ Grippe?
Erkältungen sind meist virale Erkrankungen mit Schnupfen, Halsweh, Husten und eventuell Fieber. Eine bis vier und mehr Erkältungen pro Jahr sind normal, da muss nicht nach einem Immundefekt gesucht werden. Kälte begünstigt die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung zusätzlich. Die Schleimhäute der Atemwege sind im Winter trockener und somit anfälliger für Infektionen. Ebenso hält man sich im Winter häufiger zusammen mit anderen in geschlossenen Räumen auf und erhöht so das Infektionsrisiko. Eine Erkältung äussert sich meist durch Hals- und Schluckbeschwerden, sowie Entzündungen der Nasenschleimhäute (die Nase kitzelt und läuft). Zusätzlich können erhöhte Temperatur und Augen- und Gliederschmerzen bestehen. Auch die Grippe ist eine Viruserkrankung (Infektion
mit Influenzaviren) und ereilt einen schlagartig. Innert weniger Stunden kommt es unter anderem zu Husten, hohem Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit und Appetitverlust. Man ist schwer krank. Sie kann bis 2 Wochen dauern. Die Krank-heitszeichen von Grippe und Erkältungskrankheiten überlappen sich häufig. Eine exakte Unterscheidung ist nur durch den Nachweis von Viren aus dem Nasen-, Rachenraum möglich, was meistens nicht notwendig ist.

Behandlung?
Erkältungen, aber auch eine Grippe, kann man gut zu Hause behandeln. Genügend trinken, das Bett hüten und möglichst wenig Kontakt zu anderen Personen haben. Falls kein Fieber vorhanden ist, darf man auch mal an der frischen Luft spazieren. Medikamente können die Symptome lindern. Fieber und Schmerzen mittels Paracetamol, Schnupfenbeschwerden mit kurzfristig abschwellenden Nasentropfen (nie länger als einige Tage) und Hustentropfen oder Tabletten gegen den lästigen Reizhusten nachts. Kombinationspräparate sollten zurückhaltend eingesetzt werden. Sie enthalten in der Regel Wirkstoffe gegen Schnupfen, Husten, Schmerzen und Fieber gleichzeitig. Da diese Symptome meist nicht gleichzeitig auftreten ist es sinnvoller die einzelnen Symptome gezielt zu lindern.
Da die saisonale Grippe besonders bei älteren Menschen und bei chronischen Erkrankungen schwer verlaufen kann, raten wir dringend zu einer Grippe-Impfung. Diese schützt zwar nicht zu 100%, es können aber nachweislich teure Spitalaufenthalte und Todesfälle stark vermindert werden. Dass man nach einer Grippeimpfung an anderen Infekten der oberen Luftwege (Erkältungen) erkranken kann ist absolut normal. Die Grippe wird durch sogenannte Influenzaviren ausgelöst, Erkältungen durch viele andere Viren, die durch die Impfung nicht erfasst werden können.

Arztbesuch?
Bei Erkrankung die länger als 7 Tage dauern, bei starken Symptomen aber auch bei bekannten chronischen Erkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenerkrankungen, Zuckerkrankheit, ältere Menschen) oder bei ungewöhnlichem oder besonders schwerem Verlauf ist ein Arztbesuch notwendig.

Denken Sie daran:
– Erkältungen sind häufig, sie können gut zu Hause behandelt werden
– Erkältungen sind ansteckend: bleiben Sie zu Hause bis die Symptome abklingen
– Grippe ist eine schwere Erkrankung. Die Impfung verhindert einen schweren Verlauf.
– Benutzen Sie zur Symptombehandlung möglichst Einzelsubstanzen und weniger Kombinationspräparate
– Beugen Sie einer Erkrankung mit gesunder, vielseitiger Ernährung, genügend Schlaf und Bewegung schon jetzt vor