Fieber

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Fieber: hilfreich oder gefährlich?
 
Fieber ist ein häufiges Symptom aber keine Krankheit. Es kann aber ängste und Leidensdruck, besonders bei fiebrigen Erkrankungen im Kindesalter, verursachen. Handelt es sich um ein gefährliches Fieber? Kann ich abwarten und beobachten? Soll ich das Fieber senken oder belassen? Wann muss ich zum Arzt gehen? Fragen die geklärt werden wollen.
Körpertemperatur: Ein Thermostat in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) regelt unsere Normaltemperatur (durchschnittlich frühmorgens 36,5 C rektal) auf relativ konstante Werte. Die Körperwärme selber wird im Leber-, Muskel- und Fettgewebe gebildet und hauptsächlich über die Haut abgegeben. Im Kleinkindesalter ist die Ausbildung der Wärmeregulation noch nicht vollständig. Säuglinge und Kleinkinder reagieren daher rascher mit Temperaturschwankungen.
Im Rahmen von Entzündungsreaktionen (Infektionen, Entzündungen, Tumorerkrankungen, äusseren Einflüssen) können Temperatur erhöhende Botenstoffe entstehen, die den thermostatischen Richtwert der Körpertemperatur erhöhen. Der Körper reagiert mit Muskelzittern oder Schüttelfrost, um die zusätzliche Wärme zu erzeugen. Ebenso entstehen durch diese Entzündungsreaktionen unspezifische Beschwerden wie Muskel- und Gelenkschmerzen.
Fieber: Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom im Sinne einer Temperatur-Regulationsstörung. Dem Fieber kommt indessen eine wichtige Funktion zu, indem die Abwehrreaktionen des Immunsystems bei Temperaturerhöhung beschleunigt ablaufen und eine Heilung begünstigen. Es gibt aber keine Hinweise, dass eine gezielte Temperatursenkung zur richtigen Zeit schadet.
Von eigentlichem Fieber sprechen wir bei einer Körpertemperatur von 38.5 und mehr, im Enddarm oder im Mund gemessen (unter der Achsel bei 38.0 und mehr). Erst eine Temperatur über 39 gilt als hohes Fieber.
Messort und Art: Im Mund, seitlich hinten, unter der Zungenseite, ist der beste Messort. An dieser Stelle entsprechen die Temperaturen am ehesten der tatsächlichen Körpertemperatur (geschlossener Mund, keine kalten oder warmen Nahrungsmittel in den letzten 30 Minuten). Bei Kindern unter 4-5 Jahren ist die Messung im Enddarm (rectal) besser geeignet. (Maximaltiefe von 23 cm unter Benutzung eines Gleitmittels).
Die Messung mittels eines Ohrthermometers ist sehr von der Handhabung und vom Produkt abhängig. Besonders bei unruhigen Kindern und solchen unter 3 Jahren ist eine gute Platzierung der Sonde schwierig und ein entzündlich verändertes Trommelfell kann zu hohe Werte vortäuschen.
Fieber: gefährlich oder nützlich? Fieber, als Antwort auf eine Entzündungsreaktion, ist eine gesunde Abwehrreaktion des Körpers und zeigt, dass diese Mechanismen des Körpers aktiv sind. Es bewirkt, dass z.B. Krankheitserreger schneller unschädlich gemacht werden können. Höheres Fieber, bei Kindern über 38C, bei Erwachsenen ab 39C, belastet allerdings den Kreislauf und das Wohlbefinden und soll, je nach Zustand, gesenkt werden. Fieber kann aber auch ein Symptom gefährlicher und lebensbedrohlicher Infektionskrankheiten sein, die es frühzeitig zu erkennen und behandeln gilt. (Blutvergiftung, Meningitis u.a.).
Die häufigsten Ursachen eines akuten Fiebers sind Infektionen durch Viren und Bakterien (z.B. Mittelohrentzündung, Angina, Infektionen der oberen und unteren Luftwege, Magen-/Darminfektionen, Blaseninfektionen u.a.). Im Kindesalter zusätzlich die üblichen Kinderkrankheiten (z.B. Dreitagefieber). Aber auch eine zu hohe Umgebungstemperatur (starke Sonneneinstrahlung, überheizung der Wohnung, zu warme Kleider) oder Brechdurchfall und zu geringe Flüssigkeitsaufnahme können eine fiebrige Reaktion bewirken. Daneben gibt es viele seltene Ursachen, die bei länger dauerndem Fieber gesucht werden müssen (überempfindlichkeiten, bösartige Erkrankungen u.a.)
Fieberkrämpfe: In den ersten sechs Lebensjahren kommt es bei ungefähr drei bis vier Prozent aller Kinder zu Fieberkrämpfen und zwar meistens nur einmal. Diese Krämpfe sind praktisch immer harmlos. Trotzdem brauchen alle Kinder nach einem Fieberkrampf eine ärztliche Kontrolle. Der zuständige Arzt (Kinderarzt, Hausarzt) wird über die notwendigen Massnahmen (Abklärung, Fieberbekämpfung, Verhütung bzw. Behandlung weiterer Fieberkrämpfe) individuell entscheiden.
Warnsignale (ärztliche Kontrolle notwendig):

  • Krämpfe, Schläfrigkeit oder Apathie, schlechtes Aussehen, Reizbarkeit, Berührungsempfindlichkeit, rote Hautflecken, die auf Druck nicht verschwinden (Hinweis auf Hautblutung)
  • Fieber während den ersten zwei Lebensmonaten
  • Sehr hohes Fieber (41 oder mehr) oder Dauer länger als drei Tage
  • Deutliche Austrocknung (Durst, Urin vermindert, trockene Schleimhäute)
  • Fieber bei bekannter Vorkrankheit (z.B. chronische Herzkrankheiten, Abwehrschwäche, Krebskrankheit)
  • Fieberkrampf
  • Fieber nach einer Reise in ferne Länder

Behandlung:

  • Gönnen Sie sich Ruhe und bleiben Sie am besten im Bett; bei Schüttelfrost Wärmezufuhr mittels Decken und heien Getränken
  • Zimmertemperatur senken; leichtes Bettzeug
  • Genügend trinken, allenfalls helfen fiebersenkende Tees (Lindenblütentee, Kamillentee, Fieberteemischungen)
  • Bei zu hohem Fieber kühle Wickel (nur bei warmen Extremitäten)
  • Senken Sie das Fieber mittels Medikamenten ab etwa 39. Bei Risikosituationen (chronischen Herz- oder Lungenkrankheiten) sollten solche Mittel grosszügig eingesetzt werden, auch bei Kindern, die zu Fieberkrämpfen neigen.

Medikamente: Geeignet sind paracetamolhaltige (Dafalgan, Panadol) oder ibuprofenhaltige Mittel (Brufen, Algifor, Optifen, u.a.) als Zäpfchen, Sirup oder Tabletten.
Kinder sollten besser nicht mit acetylsalicylsäurehaltigen Medikamenten wie Aspirin, Alcacyl, Aspegic und anderen behandelt werden.