Hauterkrankungen

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Erkrankungen der Haut
 
Unsere Haut hat eine Oberfläche von 1,5-2 m und wiegt bis zu 10 kg. Sie hat vielfältige Funktionen: Sie ist ein Schutz-, Regulations,-Stoffwechsel-, Kontakt-, Sinnes- und Repräsentationsorgan. Im letzten Bulletin haben wir über das Vorgehen bei Verletzungen und die Behandlung von Wunden geschrieben, nun möchten wir Sie über Hautprobleme und häufige Erkrankungen sowie deren Behandlung orientieren.
Infektiös: Viren, Bakterien, Pilze und, bei uns seltener geworden, Parasiten können Urheber für Hautausschläge sein. Beispiele für virale Krankheiten sind Gürtelrose oder Kinderkrankheiten wie Röteln, Masern und Windpocken. Hier werden in der Regel keine antiviralen Medikamente eingesetzt, bei starker Gürtelrose und älteren Patienten kann ein in den ersten 72 Std. nach Beginn des Ausschlages eingesetztes Medikament den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Bakterielle Krankheiten (Wundrose, Impetigo, Erythema migrans nach Zeckenbiss) müssen in der Regel mit Antibiotika, meist in Tablettenform, behandelt werden. Pilze können überall am Körper auftreten, bevorzugte Zonen sind die Füsse und der Bereich von Hautfalten (Achselhöhle, Brust, Leiste). Pilzinfektionen können meist mit Salben erfolgreich behandelt werden, gelegentlich sind aber Tabletten notwendig (z.B. beim Nagelpilz während 3 Monaten!). Trotz guter Hygiene können sich Läuse, vor allem in Schulen, immer wieder durchsetzen. Diese lästigen, jedoch harmlosen Parasiten können mit spezifischen Shampoos und Auskämmen beseitigt werden.
Allergisch: Bei den Ekzemen gibt es die klassischen allergischen Formen, bekannte Auslöser sind Putz- und Waschmittel, Nickel, Zement, Kosmetika und weitere chemische Substanzen. Daneben gibt es aber auch das konstitutionelle Ekzem, eine vererbte Form, bei welchen die allergologischen Abklärungen keine positiven Resultate ergeben. Die Behandlung erfolgt oft mit Kortisonsalben, welche jedoch nicht dauernd, sondern im Intervall mit pflegenden Salben (z.B. Excipial) gebraucht werden sollen. Daneben soll die Haut vor allem mit Wasser und wenig alkalifreien Wachmitteln gereinigt werden. Diagnostische Schwierigkeiten bereitet oft der Nesselausschlag (Urticaria), bei welchem auch mit intensiver Suche in bis zu 50 % keine Ursache gefunden wird. Durch gutes Beobachten können Nahrungsmittel als Ursache eruiert werden, die bekanntesten sind Käse, Nüsse, Meeresfrüchte, Zitrusfrüchte, Sellerie/Rüebli und Beifuss-Gewürze. Oft bleibt ein Ausschlag auch ungeklärt und heilt spontan wieder ab. Zur Behandlung werden antiallergische Medikamente (z.B. Cetirizin) und oft auch Kortison in Form von Spritzen oder Tabletten eingesetzt.
Geschwülste: Wir kennen zahlreiche gutartige Geschwülste wie verschiedene Warzen, Muttermale, Fibrome und andere. Die Entfernung erfolgt aus kosmetischen Gründen oder wenn sie mechanisch stören. Bei den bösartigen Geschwülsten ist der schwarze Hautkrebs gefährlich, weil er sehr früh Ableger streut. Bei Verdacht entnehmen wir grosszügig Gewebsproben und lassen sie mikroskopisch untersuchen. Der häufigste Hautkrebs, das Basaliom, ist oft Folge von langjähriger Besonnung ohne schützende Salben und macht nie Ableger. Deswegen ist er immer nach vollständiger Entfernung geheilt.
Andere: Es gibt eine Unmenge weiterer Hautkrankheiten mit verschiedenen Ursachen, oft sind diese heute noch unbekannt. Dies ist auch bei der häufigen Schuppenflechte der Fall. Diese kann leider immer noch nicht geheilt werden, die Behandlungsmöglichkeiten werden aber laufend verbessert. Ein sehr häufiges Problem, besonders bei älteren Leuten, ist der Juckreiz. Er ist oft Folge von zu trockener Haut, besonders in den Wintermonaten. Die Behandlung erfolgt durch (nicht zu häufiges) Waschen mit alkalifreien und ev. rückfettenden Lotionen (z.B. Der med) und Auftragen von fettenden Salben (z.B. Excipial U Lipolotio). Bei neu auftretendem Juckreiz sollte ein ausführlicher Untersuch erfolgen, können doch Krankheiten der Leber, Nieren, der blutbildenden Organe und Diabetes Juckreiz verursachen. Häufig und ebenso lästig ist Juckreiz in der Analgegend. Durch konsequentes Waschen mit Wasser (ohne Seife!) nach dem Stuhlgang und Applikation von fettender Wundsalbe nach der täglichen Dusche verschwindet dieser meistens schnell.
Durch unsere Ausbildung und Erfahrung können wir erfahrungsgemäss bis zu 90% der Hautkrankheiten kompetent beurteilen und behandeln. Die übrigen überweisen wir Hautspezialisten, sei dies nach Luzern, Meggen, Küssnacht oder ins neu eröffnete Dermazentrum in Stans.
Die Krankenkassen bezahlen Behandlungen für harmlose kosmetische Hautveränderungen in der Regel nicht. Es lohnt sich deswegen, vor allem bei den teuren Laserbehandlungen, einen Kostenvoranschlag zu verlangen.