Hirnschlag 1

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Hirnschlag
 
Ein Hirnschlag ist für den betroffenen Menschen eine Katastrophe. Seine Selbständigkeit, Mobilität und Persönlichkeit wird abrupt eingeschränkt. Allenfalls muss der Patient in einem Pflegeheim betreut werden mit dem Verlust der vertrauten häuslichen Umgebung und seinem sozialen Netz. Besonders für ältere Menschen, bei denen diese Erkrankung gehäuft auftritt, ist dies ein massiver Einschnitt in den Lebensalltag und bedeutet oft eine lange Zeit schwerwiegender Invalidität.
Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache nach Herzinfarkt und bösartigen Tumoren und die häufigste Ursache von Invalidität. Ein Hirnschlag ist Ausdruck einer örtlichen Durchblutungsstörung im arteriellen Gefässsystem des Gehirns. Bedingt durch Verschlüsse (Ischämie), seltener durch Blutungen, treten dann verschiedenartigste Störungen auf. Der typische, schwere Schlaganfall betrifft eine ganze Körperseite mit Beeinträchtigung der Kraft, des Gefühls, der Koordination, des Sehens und oft auch des Sprechens. Schwer zu verstehen und zu akzeptieren sind Veränderungen der Persönlichkeit (Charakter, Antrieb, Interessen). Welche Symptome auftreten ist abhängig vom betroffenen Hirnareal und der Schwere der Durchblutungsstörung. Nur kurzfristig auftretende Durchblutungsstörungen heissen TIA (transiente ischämische Attacke), im Volksmund auch Streifung genannt. In diesen Fällen kommt es nicht zu einem Absterben von Nervenzellen, sondern zu einer Funktionsstörung. Sie dauert nur wenige Minuten bis 1 Stunde. Solche TIA’s sind öfters Vorboten eines Hirnschlags und müssen innert wenigen Tagen abgeklärt und entsprechend behandelt werden.
Angesichts des persönlichen Leids und der ausserordentlich hohen Kosten für das Gesundheitssystem, muss alles daran gesetzt werden, Schlaganfälle zu verhindern. Das gezielte Behandeln von Risikofaktoren und das frühzeitige Erkennen von Warnsymptomen stehen im Vordergrund. Das Hirnschlagrisiko wird durch verschiedene Stoffwechsel- und Herzkreislauf-Erkrankungen beeinflusst. Die Kenntnis dieser Faktoren ermöglicht es, dass jeder einzelne Mensch durch Vorsorgemassnahmen sein eigenes Hirnschlagrisiko positiv beeinflussen kann.
Gewisse Faktoren können nicht beeinflusst werden. So nimmt die Schlaganfallhäufigkeit mit dem Alter zu, ist bei Männern gehäuft und zum Teil auch genetisch und Rassen bedingt. Die wichtigen und individuell beeinflussbaren Riskikofaktoren sind für alle Kreislaufgebiete weitgehend dieselben, es gilt die Entstehung von Arteriosklerose (Gefässverkalkungen) zu verhindern.
Der hohe Blutdruck ist der Hauptfaktor bei der Entstehung von Arteriosklerosen. Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist bei Hypertonikern um das drei- bis vierfache erhöht. Eine frühzeitige Erfassung und Therapie ist dringend erforderlich. Statistisch gesehen hat jeder vierte Mensch über vierzig Jahren einen zu hohen Blutdruck. Alarmierend ist, dass es aber nur jeder dritte weiss.
Daneben zählen Rauchen, übergewicht, erhöhte Blutfette und Zuckerkrankheit zu den Risikofaktoren, die nachweislich die Lebenserwartung eines Menschen verkürzen. Es gilt also, Blutdruckwerte optimal einzustellen (140/90 mmHg), Nichtraucher zu werden, sich häufig zu bewegen und gesund zu essen.
Menschen mit Erkrankung der Herzkranzgefässe (Herzinfarkt, Angina pectoris) oder der Beinarterien haben ein bis 5-fach erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Bei einem Vorhofflimmern (häufigste Herzrhythmusstörung) können sich im Herzen Gerinnsel bilden. Wenn sich diese lösen und ins Hirn gelangen, entsteht ein Verschluss einer Arterie und somit ein Hirnschlag.
Bei einem akuten Schlaganfall können einige Massnahmen ergriffen werden, um die Prognose für den Patienten zu verbessern. Neben der Erstbehandlung mit dem Freihalten der Atemwege, der Lagerung mit erhöhtem Oberkörper bei erhaltenem Bewusstsein, darf nicht zugewartet werden mit der Alarmierung des Notfalldienstes (Hausarzt, Dienstarzt oder 144). Je früher unterstützende Massnahmen, wie Sauerstoff, Infusionen etc. beginnen, desto besser für das Gehirn. Heute ist es möglich, das Gerinnsel medikamentös aufzulösen (Lysetherapie) und damit den Schaden zu vermindern. Dazu muss aber unter hohem Zeitdruck gehandelt werden, denn diese Therapie sollte in den ersten 3 Stunden erfolgen. In der chronischen Phase kommen dann neben der Behandlung der Risikofaktoren Physio- und Ergotherapie und bei Sprachstörungen Logopädie zum Zuge.
Merken Sie sich:

  • Raucher sollten versuchen Nichtraucher zu werden
  • Bluthochdruck und Zuckerkrankheit optimal behandeln
  • Regelmässige und ausgiebige körperliche Bewegung ist wichtig
  • Gesunde Essgewohnheiten und Gewichtskontrolle
  • exzessiven Alkoholkonsum vermeiden und keine Drogen einnehmen