Krebsvorsorge

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Krebsvorsorge
 
Auch heute ist die Diagnose einer Krebserkrankung eine schwerwiegende Tatsache. Zwar wurden in der Behandlung von Krebs grosse Fortschritte erzielt, die jeweils medienwirksam kommuniziert werden und dadurch hohe Erwartungen wecken. Das ändert nichts an der Tatsache, dass 26% der Todesursachen bäsartige Tumore sind und somit hinter den Herz-Kreislauferkrankungen (fast 40%) an zweiter Stelle stehen. Ernüchternd ist ferner die Tatsache, dass in den letzten 20 Jahren die Anzahl der in der Schweiz an Krebs verstorbenen Menschen mit knapp 16000 pro Jahr konstant blieb! Da also Behandlungs- und Heilmöglichkeiten bei Krebs oft gering und enttäuschend sind, müssen Wege gefunden werden, die die Krebsentstehung verhindern oder den Krebs frühzeitig erkennen lassen. Wir möchten die Krebsvorsorge in 3 Bereiche einteilen und anschliessend näher darauf eingehen: 1. Treffen von Massnahmen, dass ein Krebs gar nicht entsteht. 2. Vorstufen von Krebs erkennen und diese behandeln. 3. Den Krebs aufspüren, solange er noch heilbar ist.
1. Bei der Hälfte aller Krebstodesfälle ist der Tabak die Ursache. Nichtrauchen ist also die wirksamste Massnahme Krebs zu verhindern. So ist das Risiko für einen Raucher, Krebs der Lunge, im Mund, am Kehlkopf oder an der Speiseröhre zu kriegen, um 7 -27-fach erhöht. Faserreiche Ernährung scheint das Darmkrebsrisiko zu vermindern. Essen Sie mehrmals täglich Salat, Gemüse und Früchte (dafür weniger Kohlehydrate und Fette). Ferner ist bekannt, dass erhöhte Belastung mit UV-Strahlen das Risiko für schwarzen Hautkrebs (Melanom) erhöht. Starke und lange Sonnenexposition ungeschützter Haut sollte verhindert werden (Schatten, leichte Kleider, Sonnencreme). Leberkrebs entsteht häufig auf der Basis einer Leberzirrhose (Schrumpfung), welche als Folge zu hohen Alkoholkonsums entstehen kann. Darum empfiehlt sich einmal mehr, Alkohol massvoll zu konsumieren. 
2. Nicht jeder Krebs macht für uns sicht- und erfassbare Vorstufen. Beim Muttermundkrebs treten solche Vorstufen auf, welche mit regelmässigen Abstrichen im Rahmen der gynäkologischen Untersuchungen erfasst werden können. Empfohlen werden die Untersuchungen alle 1 bis 3 Jahre. Wichtig zu wissen ist, dass ein positiver Befund nicht Krebs heisst: nur einer von 150 positiven Befunden führt zu einem tödlichen Krebs. Viele solcher Vorstufen normalisieren sich von selbst wieder oder können durch einfache Massnahmen wie Gewebeentnahme oder Lasern beseitigt werden. In der Schweiz lassen sich 80% der Frauen zwischen 18 und 70 Jahren regelmässig untersuchen und können so ihr Risiko für Muttermundkrebs mindestens um 90% reduzieren. Als Vorstufen von Krebs gelten ferner gewisse Darmpolypen, welche durch rechtzeitige Beseitigung nicht in Krebs übergehen. Bei erblicher Belastung werden den Betroffenen regelmässige Dickdarmspiegelungen und Hämoccult-Tests (Stuhltest zur Suche von verstecktem Blut) empfohlen. Hautkrebs kann auf der Basis lichtgeschädigter Haut entstehen. Verdächtige Stellen können durch Vereisen, Laser oder gewisse Salben erfolgreich behandelt werden.
3.Wenn ein Krebs durch gesunde Lebensweise nicht verhütbar oder durch Vorstufen nicht früh erkennbar ist, möchte man ihn wenigstens früh erfassen, um die Heilchancen zu verbessern. Leider trifft es nicht zu, dass ein früh erfasster Krebs immer heilbar ist. Es gibt Krebsarten und Typen, welche sehr früh Ableger aussenden, schon bevor ein Krebs mit heutigen Methoden erkennbar ist. Andere machen das sehr spät, so dass man auch einmal bei spätem Entdecken noch Heilchancen hat. Dies ist ein Grund, dass die Durchführung regelmässiger Mammographien unter Fachleuten umstritten ist. Es gibt Hinweise, dass die Lebenserwartung dadurch nicht verbessert werden kann, sondern nur der Diagnosezeitpunkt nach vorne verschoben wird. Dadurch werden Sorgen und ängste, welche oft mit dieser Krankheit verbunden sind, verlängert! Eine Schwierigkeit bei der Früherkennung ist die Tatsache von falsch positiven und falsch negativen Tests. Falsch negativ heisst, trotz guten Untersuchungsresultaten besteht ein Krebs und man wiegt sich in falscher Sicherheit. Falsch positiv heisst, es bestehen Hinweise für eine Krebserkrankung, und es werden weitere Untersuchungen und ev. Operationen durchgeführt. Dann stellt sich heraus, dass es doch kein Krebs ist. Aufwand und ängste waren also umsonst, jedoch nicht gratis. Auch darf das Komplikationsrisiko von Abklärungen und Eingriffen nicht unterschätzt werden. Zur Diagnose des Prostatakrebses wird heute das PSA bestimmt, eine Substanz im Blut, welche bei Krebs ansteigt. Leider kann dieser Wert auch bei Entzündungen erhöht sein, so dass bei erhöhten Werten viele unnötige Abklärungen gemacht werden müssen.Fazit: Das Krebsrisiko kann durch gesunde Lebensweise stark reduziert werden. Wirklich gute Vorsorgeuntersuchungen gibt es nur wenige (z.B. Gebärmuttermund). Jeder Mensch hat für Krebskrankheiten ein Restrisiko, welches mit dem heutigen Wissensstand nicht weiter reduziert werden kann.