Schwangerschaft

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Informationen für Schwangere
 
Vor Schwangerschaft: Sicherstellen, dass man Röteln gehabt hat oder 2x dagegen geimpft ist. Falls Unklarheit herrscht, können Antikörper im Blut gesucht und nach Bedarf eine Impfung nachgeholt werden. Bei einer Blutentnahme werden auch Antikörper gegen Toxoplasmose und die Blutgruppe bestimmt. Ca 2 Monate vor einer Schwangerschaft soll mit der Einnahme von 0,4 mg Folsäure (z.B. Andreafol®) begonnen werden. Damit kann das Risiko von Kindern mit offenem Rücken (Spina bifida) und anderen Fehlbildungen des Rückens und Gehirns ganz deutlich gesenkt werden.
Kontrollen: Die erste Kontrolle empfehlen wir 8-9 Wochen nach Ausbleiben der Periode. Oft kann zu diesem Zeitpunkt festgestellt werden, ob das Kind lebt (Herztöne im Ultraschall sichtbar) und sich das Ei am richtigen Ort eingenistet hat (nicht im Eileiter). Es ist bekannt, dass 10 – 15% der Schwangeren in den ersten 12 Wochen einen Abort erleiden, meist weil sich das Kind wegen einer schweren Missbildung nicht entwickeln konnte.

Zeitpunkt Routine Besonderes
12.-14. SSW Routine plus Blutgruppe, Rhesus-Antikörper, Krebsabstrich, Infektionsparameter, Ultraschall Besprechung Missbildungsdiagnostik
15.-17. SSW Routine Fakultative Kontrolle
22.-24. SSW Routine, Ultraschall Toxoplasmose, Rhesus-Antikörper, Blutzuckerscreening bei Risikopatientinnen
28. SSW Routine Anti-D-Prophylaxe bei Rh-neg. Frauen mit Rh-pos. Partner
32. SSW Routine, ev. Ultraschall für Lage, Wachstum, Fruchtwasser  
36. SSW Routine Scheidenabstrich, Anmeldung zur Geburt
38. SSW Routine Meist letzte Kontrolle vor Geburt, Besprechung des weiteren Vorgehens

Routine beinhaltet: Gewicht, Blutdruck, Herztonkontrolle, Kontrolle Muttermund, Grösse Gebärmutter, Urin und Hämoglobin (jedes 2. Mal)
Infektionsparameter: Toxoplasmose, Röteln, ev. Hepatitis B, HIV und Lues (nach Absprache)
Toxoplasmose: ist eine Infektion mit einem Krankheitserreger (Einzeller), welcher ausserhalb der Schwangerschaft harmlos ist, unbemekrt oder mit grippeähnlichen Symptomen und Lymphknotenschwellungen verläuft und ohne Behandlung abheilt. Während der Schwangerschaft werden das Hirn und die Augen des Föten befallen, was zu schweren Schäden führen kann. Wer die Infektion einmal durchgemacht hat, ist nicht gefährdet, bei den andern werden 2-3 mal während der Schwangerschaft diesbezügliche Blutuntersuchungen gemacht. Übertragen werden die Kieme durch rohes oder nicht ganz durchgekochtes Fleisch, insbesondere auch Salami und Lammfleisch. Ebenso ist der Kontakt mit Erde ein Risikofaktor, weniger aber die lange Zeit angeschuldigte Katze.
Ernährung: In den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft ist der Energieverbrauch nicht erhöht, nachher nur leicht, man muss also nicht für 2 essen. Der Bedarf an Eiweiss steigt, daher werden täglich Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte, aber auch pflanzliches Eiweiss (in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Kartoffeln enthalten) empfohlen. Der um 50% erhöhte Calciumbedarf wird am besten durch Milchprodukte gedeckt. Das in normalem Mass verwendete Kochsalz soll Jod und Fluor enthalten. Der auf das doppelte erhöhte Eisenbedarf muss oft medikamentös ausgeglichen werden (in Elevit enthalten). Ebenso ist es oft notwendig, Magnesium medikamentös zuzuführen, da eine genügende Einnahme mit dem Essen zu einer zu hohen Kalorienzahl führen würde. Das Vitamin Folsäure ist sehr wichtig und in allen Multivitaminpräparaten enthalten (z.B. Elevit). Damit ist der vermehrte Vitaminverbrauch ausgeglichen.
Allgemein: Da während der Schwangerschaft die Anfälligkeit für Karies erhöht ist, sollen die Zähne optimal gepflegt und regelmässige zahnärztliche Kontrollen durchgeführt werden. Ferner darf (oder sollte) regelmässig Sport in angepasstem Rahmen betrieben werden, wobei Schwimmen ideal und bei problemloser Schwangerschaft bis zur Geburt möglich ist. Damit kann auch einer zu starken Gewichtszunahme vorgebeugt werden. Wenn möglich sollte diese nicht mehr als 7-10 kg betragen. 
Verhalten bei Beschwerden während der Schwangerschaft und erlaubte Medikamente
Grundsätzlich sollen in der Schwangerschaft, vor allem in den ersten 3 Monaten während der Organbildung, Medikamente wegen der Gefahr von Missbildungen zurückhaltend eingenommen werden. Die nachfolgend angegebenen Medikamente aus der Hausapotheke haben ein sehr kleines Risikopotenzial.

Brechreiz/Erbrechen Falls eine kleine kohlehydratreiche Mahlzeit frühmorgens und Akupressur nicht genügend Linderung bringen, Itinerol B6, ev. Vitamin B6 30-50 mg/Tag, Ingwer (Zintona®) oder Paspertin
Erkältungen Je nach Symptom darf gelutscht, gegurgelt, inhaliert und dürfen Nasentropfen appliziert werden. Bei Fieber und Schmerzen darf ein Paracetamol-Präparat (z.B. Tylenol/Dafalgan) eingenommen werden, bei Husten Mucofluid, ev. Resyl plus Tropfen.
Juckreiz Lokal mit mit Prurimed-Seife und fettigen Salben, ev. cortisonhaltige Salben oder Atarax-Tabletten
Magenbrennen Falls Einnahme von kleinen, kohlehydratreichen Mahlzeiten und Höherstellen des Kopfteils im Bett nicht nützen, können säurebindende Medikamente (z.B. Refluxin, Andursil, Anacidol) oder Ulcogant, in hartnäckigen Fällen der Säurehemmer Ulcidin (=Zantic) eingenommen werden.
Migräne Vorerst allgemeine Massnahmen probieren wie Entspannung, Schlaf, Eispackung, Massage usw, medikamentös darf Paracetamol, ev Optifen eingenommen werden, nicht aber Imigran und ähnliche Mittel oder Ergotamin. Zum Vorbeugen kann Inderal eingenommen werden.
Verstopfung Oft kann diese durch faserreiche Nahrung, Flüssigkeit und Bewegung behoben werden, bei ungenügendem Effekt darf Colosan mite, Agiolax mite und Gatinar oder Importal eingenommen werden.
Schlaf Zuerst Allgemeinmassnahmen wie Verbessern der Schlafhygiene und Entspannung anwenden, dann zuerst Versuch mit Hopfen/Baldrian-Präparaten und erst zur Not Einnahme eines Mittels wie Valium oder ähnliches

Der aktuelle Link
In www.eumom.com/ch finden Sie ausgezeichnete Informationen über und um die Schwangerschaft. Diese Seite wird ständig den neusten Gegebenheiten angepasst und wird unter andern von ausgewiesenen Fachleuten der Universitätsfrauenklinik Basel betreut.
Auf der Homepage des BAG finden Sie aktuelle Empfehlungen zur Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit.