Vitamin D-Mangel

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Vitamin D-Mangel
 
Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, dass in Europa bei 50 bis 70 Prozent der Erwachsenen eine Unterversorgung mit Vitamin D, einem fettlöslichen Vitamin, besteht. Verantwortlich dafür ist einerseits die mangelnde Sonnenexposition in der Winterzeit mit zu flachem Einstrahlwinkel der Sonne, um die Bildung von Vitamin D in der Haut anzuregen. Anderseits ist der sinnvolle Schutz vor zu starker Sonnenexposition in der Sommerzeit hinderlich, genügend Vitamin D in der Haut zu produzieren. Daneben finden sich in unserer Ernährung zu wenig Vitamin D � Quellen. Verschiedene Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, dass sich die Unterversorgung hauptsächlich auf die Bevölkerung der über 60 jährigen Menschen bezieht.
Die Bedeutung eines Vitamin D – Mangels war früher bei Kindern als Rachitis sehr bekannt, daher auch die Behandlung der Säuglinge mit den bekannten Vi-De 3-Tropfen. Das Vitamin D hat einen direkten Einfluss auf das gesamte Skelett, es ist ein sehr wichtiger Faktor bei der Prophylaxe und Behandlung der Osteoporose. Vitamin D beeinflusst aber auch das Muskelwachstum und die Muskelreifung durch Förderung der Eiweissproduktion in der Muskulatur. Muskelschmerzen können frühe Zeichen einer Unterversorgung sein. Schwierigkeiten beim Gehen mit eingeschränktem Gleichgewicht und verlangsamter Reaktion führen dann vermehrt zu Stürzen mit den bekannten Brüchen im Bereich von Handgelenken, Hüften, Rippen und Wirbeln. Bei genügender Zufuhr von Vitamin D bewiesen verschiedene Studien eine deutliche Verbesserung des Gleichgewichtes und der Muskelkraft, sowie eine Stärkung der Knochen und als Folge davon eine klare Abnahme der Frakturhäufigkeit. Zusammen mit einem regelmässigen Training (täglich genügend Bewegung, ev. gezieltes Muskeltraining), kann diese Wirkung noch verbessert werden.
Neben diesen bewiesenen sehr positiven Effekten scheint Vitamin D ein regelrechtes Multitalent zu sein. Aus Beobachtungen heraus ergeben sich Hinweise, dass eine genügende Versorgung präventive Wirkung auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, inklusive Bluthochdruck, und Krebserkrankungen hat, wahrscheinlich auch auf Infekte und Immunerkrankungen (Diabetes, multiple Sklerose). Ebenso verbessert vermutlich ein genügend hoher Vitamin D-Spiegel die Wundheilung. Diese zusätzlichen Effekte müssen aber noch weiter untersucht und bewiesen werden.Vitamin D Versorgung
Da im Sommer eine vermehrte Sonnenexposition ohne genügenden Sonnenschutz nicht empfehlenswert ist (die empfohlenen Sonnencr�mes ab Faktor 8 verhindern eine ausreichende Vitamin D-Produktion der Haut) und im Winter sowieso durch die Haut zu wenig gebildet wird, sollte Vitamin D ergänzt werden. Unsere üblichen Nahrungsmittel enthalten nicht genügend davon, fetthaltige Fische wie Lachs, Makrelen und Hering, aber auch sonnengetrocknete Pilze sind hier die Ausnahmen.Wer braucht zusätzlich Vitamin D?
Neben Patienten mit einer Nierenschwäche oder Erkrankungen, welche mit einer verminderten Nahrungsaufnahme einhergehen (bei Coeliakie, entzündlichen Darmerkrankungen, nach Magenbypass), sind vor allem ältere Menschen durch verschiedene Faktoren besonders gefährdet: Sie begeben sich seltener an die Sonne und die Haut bildet 4x weniger Vitamin D als bei Jungen. Erwähnenswert ist ferner, dass Schwangere, Leute mit dunkler Haut und übergewichtige mehr Vitamin D benötigen. Eine routinemässige Suche nach einem Vitamin-D-Mangel ist aber gemäss Expertenmeinung nicht indiziert. Bei Erwachsenen mit ungenügender Sonnenexposition, vermuteter schlechter Aufnahme, oben erwähnten Erkrankungen, unklaren Muskel- und Knochenschmerzen sowie bei unklaren Stürzen ist eine Kontrolle jedoch sinnvoll.
Ergänzen sollten Vitamin D alle Personen über 60 Jahre. Die notwendige Minimaldosis beträgt 800IE täglich (entspricht 8 Tropfen Vi-De 3). Es besteht aber auch die Möglichkeit 24000 IE monatlich oder 100’000 IE alle 4 Monate einzunehmen. Eine zusätzliche Calcium-Einnahme ist nur sinnvoll, falls aus natürlichen Quellen nicht genügend eingenommen wird. Normalerweise sollte Calcium in der Menge von 700 bis 1000mg/Tag zugeführt werden, am besten durch Milchprodukte (1 Glas Milch/Tag = 300mg) und calciumreiches Wasser. Falls die Einnahme mit Medikamenten ergänzt wird, verwendet man meist Präparate, welche mit Vitamin D kombiniert sind. (Calcimagon D3, Calperos D3, Calcium-Sandoz D3, u.a.)